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Paraguay -
Sollte ich es Angst nennen?


Schülerprogramme, PARAGUAY
" Sollte ich es Angst nennen? Nein, ich denke, es war wohl eher schiere Panik, die mich überwältigte, als mir bewußt wurde, daß ich wirklich fahren würde. Mit der Ankunft in Paraguay wurde das allerdings vollkommen überflüssig, da mich die unzähligen, gewaltigen Eindrücke im wahrsten Sinne des Wortes überwältigten. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Geschmack der Luft, der einen unwillkürlich an Gewächshäuser denken ließ, und an die stark mitgenommene Coca-Cola-Plakatwand, die, wie ich fand, so gar nicht ins Bild paßte.

Die nächsten Tage waren ausgefüllt mit Spanischunterricht, Einführungen in die Kultur des Landes und sehr nützlichen Unterweisungen in den Gebrauch bestimmter Gesten. Am Nachmittag des 2. Tages wurden die meisten von uns von ihren Gastfamilien abgeholt. Ich weiß noch, daß ich sehr aufgeregt war, als ich mich ihnen zur Begrüßung näherte. Es dauerte nicht lange, bis ich mich wie zu Hause fühlte. Das war auch nicht verwunderlich, man machte es mir sehr leicht.

Je enger der Kontakt zu den Einheimischen wurde, desto größer wurde mein Verständnis für ihre Art zu leben und desto leichter wurde es mir, mit Dingen zu leben, die hier in Europa nur schwer vorstellbar sind. Nicht Autos, Telefone, Waschmaschinen oder Teppichböden machen für diese Menschen den 'Wohlstand' aus, sondern Ruhe und Zufriedenheit.

Ich kann nur jedem Jugendlichen (und eigentlich auch jedem Erwachsenen) empfehlen, eine längere Zeit in einem völlig fremden Land zu verbringen. Es ist eine Herausforderung, sich auf etwas vollkommen anderes einstellen zu müssen, zu lernen, mit dem fertig zu werden, was einem geboten wird, und vor allem seine eigenen Werte zurückzustellen und zu versuchen, die Einheimischen zu verstehen; die Welt mit anderen Augen zu

Autor: Charlotte Siegel, mit AFS in Japan, 1999/2000"
Quelle: AFS Interkulturelle Begegnungen e.V.


  Aktualisiert: Februar 2004 - Youth-Pel.de