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Verschiedene Farben, Verschiedene Töne
Die
Gruppe Koma Venge Sodiri, die Ende 1997 im MKM Musikverein gegründet
wurde, besteht aus Songül Pak, Hidir Celik, Nurcan Degirmenci, Ayfer
Düzdas, Mehmet Akbas und Cigdem Karaman. Die Gruppe hat mit ihrem
Album "Wayir" die Farben des Kirtmacki in der kurdischen Geographie
den Zuhörern weitergereicht. In Köln wurde von Özgür
Politika während des "internationalen Friedens- und Kulturfestivals"
mit der Gruppe und deren Mitarbeitern dieses Interview durchgeführt.
Frage: Seit dem Festival am 1. September in Köln werdet ihr
als eine neue Gruppe wahrgenommen. Wolltet ihr die Farben des Kirmancki
(Zazaki) aufhelfen als ihr Venge Sodiri gegründet habt? Wie weit
habt ihr das erreicht?
M. Akbas: Wenn wir die Kirmancki Erzeugnisse betrachten, liegt
der Schwerpunkt der Forschungen bei den Liedern in Dersim. Die Lieder
aus Diyarbekir, Bingöl, Urfa, Adiyaman, Bitlis und Sivas usw. wurden
leider bis heute nicht viel bearbeitet. Soweit es uns möglich war,
haben wie diese alten kurdischen Lieder bearbeitet. In diesem Album unterteilen
wir den Dialekt in zwei Hauptbereiche und zwar in den aus dem Norden bzw.
Süden. Diyarbekir, Bingöl, Urfa, Adiyaman, Bitlis sind einander
relativ nah. Obwohl die anderen alevitischen Gebiete wie Sivas, Dersim,
Erzincan, und Varto sehr unterschiedlich sind, sind sie einander dennoch
recht nah. Diese Regionen haben wir auf unserem Album miteinander verbunden.
Frage: In eurem Album habt ihr die verschiedenen Töne des
Kirmancki vereint. Ist es euer Ziel das Kirmancki zu homogenisieren?
Antwort: Nein, so etwas denken wir absolut nicht. Dieser Ansatz
wäre sowieso falsch. Jede dieser Regionen hat ihren eigenen Stil,
man kann sogar so weit gehen das jedes Dorf einen anderen Stil hat. Also
dies wollten wir mit den verschiedenen Farben, verschiedenen Tönen
ausdrücken.
N. Degirmenci: Dies fällt sowieso auf wenn man die Musikstücke
hört. Z.B. singen wir ein Lied aus Piran/Diyarbekir. Darüber
hinaus hört man bei unseren Stücken die Unterschiede im Kehlkopf
zu denen in Dersim oder Sivas. Die Aussprache durch den Kehlkopf ist näher
an Botan. Wir versuchen diese verschiedenen Aussprachen darzustellen.
S. Pak: Eins steht fest, die verschiedenen Regionen haben verschiedene
Gebräuche und Traditionen. Das Wichtigste ist, diese Gebräuche
zusammenzubringen. Dieses muss in der Musik und Bildung reflektiert werden.
Unser Ziel ist es, die Gebräuche und Kulturen miteinader zu verbinden.
Die Geographie hat ihre Einflüsse, sowie die Religionen ihre Besonderheiten
haben.
Frage: Wenn man eure Gruppe betrachtet, sieht man Leute aus Bingöl,
Sivas und Amed. Dies umfasst fast alle Regionen in denen Kirmancki gesprochen
wird. Wem verdankt ihr das?
Antwort: Dies verdanken wir ein wenig dem MKM (Mezopotamya Kültür
Merkezi). Natürlich ist dies der Verein, indem wir uns trafen und
in der Türkei die einzige Möglichkeit ist, die kurdische Kultur
zu erforschen. Das wir aus diversen Regionen stammen ist ein Vorteil,
da jeder von uns seine Besonderheiten in sich trägt.
A. Düzdas: Das Mehmet in die Gruppe aufgenommen wurde, geschah
auch vor allem weil man die Vorteile sah. Als die Gruppe gegründet
wurde passten wir auf Dersim zu bevorzugen. Das Kirmancki von Varto und
Dersim fand durch das Eintreten Mehmets zusammen. Dieser Zustand ist für
uns von Vorteil. Darüber hinaus beachten wir nicht nur die Diskussionen
wenn wir ein Lied komponieren sondern auch seine Geschichte. Wenn wir
auch so etwas analysieren, wird dieser Zustand für uns viel leichter.
Nurcan und Ayfer z.B. bringen das alevitische Element in unsere Gruppe.
Frage: Wie ist eure Kassette? Wurde sie gut verkauft?
Antwort: Die erste Auflage (9000 Kassetten) wurde vollkommen verkauft:
Eine weitere folgt. Wir haben am Munzur Festival teilgenommen, dies war
die erste Möglichkeit uns als Gruppe vorzustellen. Obwohl wir noch
keine Kassette hatten, war ein großes Interesse vorhanden. Dennoch
gab es wie bei jeder neuen Gruppe einen noch niedrigeren Bekanntheitsgrad.
Frage: Habt ihr zukünftige Projekte?
Antwort: Dafür konnten wir noch nicht arbeiten. Aber Mehmet
ist nach Piran gegangen, um dort Nachforschungen zu unternehmen; wir machen
dieselben Nachforschungen wenn wir in unsere Heimat fahren.
Frage: Welche Region ist musikalisch gesehen am Reichsten?
N. Degirmenci: Zur Zeit liegt der Schwerpunkt in Dersim. Aber wenn
man nachhakt. sieht man den Reichtum jeder Region.
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Autor: Zilan Hassan
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